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Wenn eine eine Reise tut

Ich sitze im ICE nach Berlin. Fensterplatz. Neben mir sitzt eine dickliche alte Frau mit geschlossenen Augen. Regelmäßig, aber doch unvorhersehbar in der Abfolge, macht sie beim Ausatmen ein Geräusch, das ungefähr wie „Pfff“ klingt. Es ist leise und setzt doch jedes Mal so plötzlich ein, dass ich leicht zusammenzucke. Körpergerüche anderer Leute und die Laute die sie machen umgeben mich und ich kann ihnen nicht ausweichen. Immerhin ist das hyperaktive Kind von vorhin inzwischen scheinbar eingeschlafen. Der misanthropische Unterton an dieser Stelle ist eigentlich trügerisch. Ich fühle mich bloß so eingesperrt: Draußen ist wunderschönes Wetter, die Sonne scheint mit der ersten zaghaften Wärme des frühen März, die Temperatur beträgt vielleicht drei, vier Grad. Das von mir schon immer so geschätzte romantische Fenstermotiv ist gerade so präsent und wahr, jenseits der Scheibe sieht alles so frisch und rein und ursprünglich aus, und ich sitze hier auf der falschen Seite, in dem Mief...

Testbericht: Tchibo Laufprodukte / Accessoires

Seit gut einer Woche hat Tchibo wieder eine ganze Reihe an Produkten für Läufer im Angebot. Neben Bekleidung, Schuhen und Trainingsgeräten sind auch Accessoires dabei, von denen ich ein paar getestet habe.  Da ja quasi immer Bedarf an dem Verschleißartikel „Socken“ besteht und meine Füße eindeutig zu den sensiblen Gliedmaßen gehören, die nur in waschechten Laufsocken einwandfrei funktionieren, habe ich die Gelegenheit genutzt und das günstige Angebot von 5,99 Euro für ein Doppelpack wahrgenommen. Etwas skeptisch macht zum Einen die Einheitsgröße (die Schuhgrößen 36 bis 41 sollen alle Platz in demselben Damenmodell finden), zum Anderen gibt es keine linken bzw. rechten Socken. Was mich im Geschäft dennoch zum Kauf bewogen hat, war das Material. Dieses fasst sich leicht und geschmeidig an und erinnert an die von mir heißgeliebten Falke-Marathonsocken.  Meinen Praxistest haben die Socken dann auch mit Bravour bestanden, es sei aber bemerkt dass ich mit Schuhgröße 40/41 recht...

In der Ruhe...

Erkältet. Die Situation permanenter Unsicherheit für den Läufer. Bin ich nur leicht verschnupft oder doch eher richtig krank? Ich habe mich heute für "leicht verschnupft" entschieden und beschlossen, dass Laufen gehen erlaubt wäre. Allerdings hatte ich, sozusagen als Kompromiss, mit mir die Abmachung geschlossen, wirklich nur ganz sanft zu joggen, also in einer Intensität, die in etwa einem strammen Spaziergang gleicht. Um auch wirklich jegliche Gefahr verschleppter Infekte und dramatischer Herzmuskelentzündungen weitestgehend auszuschließen. Um das zu gewährleisten, sollte die Herzfrequenz bei ungefähr 125 liegen, also im viel beschworenen Luschi-Wohlfühlbereich. Gar nicht so leicht. Zunächst musste ich erschrocken feststellen, wie meine Herzfrequenz in einer affenartigen Geschwindigkeit die 160 hinter sich ließ (vielleicht doch ernsthaft krank?) und sah mich schon geläutert auf dem Heimweg, aber nach ein paar Minuten konsequent geschneckten Trabens beruhigte sich die Zahl ...

Eine Idee von Erfolg

"Die Herausforderung beim Laufen liegt nicht darin, daß man versucht, etwas zu tun, was noch nie jemand schaffte, sondern darin, etwas durchzuhalten, was beinahe jeder könnte, aber die meisten nie tun." Joe Henderson, ehemaliger Chefredakteur der Runner's World Sport ist in unserem kulturellen Bewusstsein unmittelbar mit Wettkampf, mit Sieg und Niederlage verknüpft. Es geht um eine Bewertung der Teilnehmer dieses Wettbewerbs, sei es im Rahmen von Platzierungen oder Rekorden, sei es die simplere Unterteilung in gut und schlecht, wie sie die meisten (positiv oder negativ) aus dem Sportunterricht kennen. Warum ist das so? Vermutlich ist das physische Sich-aneinander-Messen ein so direkter und auf diese Weise auch ehrlicher Vergleich, dass er etwas erfreulich Einfaches an sich hat in einer Lebenswelt, die sich im Verlauf des letzten Jahrhunderts immer schneller gedreht und enorm verkompliziert hat. Mit anderen Worten: Es gibt gute Gründe dafür, dass jedes Gespräch über d...