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New Year’s Resolutions

--> Inzwischen ist es März. Augenscheinlich eine etwas wundersame Zeit um sich Gedanken über gute Vorsätze fürs neue Jahr zu machen – andererseits vielleicht gerade eine sehr gute Zeit, um einen prüfenden Blick auf die gegenwärtigen Entwicklungen des Jahres 2012 zu werfen. Wie also ist es bestellt um die guten Vorsätze? Mein wichtiger, großer Vorsatz für dieses Jahr hieß Marathon. Und das Ziel war nicht irgendein Marathon, das Ziel hieß Düsseldorf Marathon am 29. April. Damit einher gingen natürlich weitere Vorsätze: “Besser essen“ war einer, also ein Ernährungstagebuch führen, genauer auf die Eisenzufuhr achten, weniger Unfug essen, Fachliteratur wälzen, usw. – was der geneigte Marathoni to be eben so tut. Wieder mit dem Rauchen aufhören (oder zumindest drastische Reduktion des üblen Lasters) war natürlich als Bestandteil der Marathonvorbereitung fest mit eingeplant, und mehr und vor allem zu ordentlicheren Zeiten schlafen wollte ich auch. Resümee? Nun, ganz am An...

After the Storm

--> Mehr als ein halbes Jahr ist nun Ruhe gewesen, kein Ton von mir. Man könnte meinen, ich sei nicht gelaufen. Aber das ist ein Trugschluss. Ich bin gelaufen, geschlichen, gekrochen, gerannt. Ich habe im Wortsinn tausende von Kilometern hinter mich gebracht, im übertragenen noch viel mehr. Es gab soviel zu bewältigen, so viel wovor ich weglaufen musste und soviel, wovon ich überrannt wurde, dass das eigentliche große Ereignis meines Laufsommers nicht nur zu kurz gekommen ist, sondern bis dato kaum erwähnt wurde: Der Halbmarathon in San Francisco. Das ist etwas schade. Ich hatte mir das so schön vorgestellt: Nachdem ich erst das Training dokumentiert hatte, wollte ich über die Anreise berichten, dann über die letzte Woche vor dem Rennen, meine Bekanntschaft mit den halsbrecherischen Hügeln und Höhen von San Francisco, Countdown, dann das Ergebnis – neue Bestzeit, vielleicht endlich die zwei Stunden ankratzen? Doch manchmal ist das Leben so rasant und unvorhergesehen, ...

Apokalypse, Warten auf Genesis

Keiner blickt zurück, während ich mit einer Freundin noch da stehe und auf den ersten reinen Schnee sehe, in den sich kein Fuß mehr setzte. Was war es in dieser Landschaft, das sagte: Nicht weiter, geh, dreh um, verschwinde?      "Da liegt sie, die Nein sagende Landschaft. Die ist nicht für uns", bemerkte ich, angezogen von dieser menschenabweisenden, glanzlosen, von Empfindungen unbearbeiteten Zone.      "Man hat das Gefühl, auf der Rückseite der Landschaft angekommen zu sein", sagte die Freundin. "Warum glauben wir eigentlich, ausgerechnet hier auf die ursprüngliche zu treffen?"      "Vielleicht weil sich Menschen ursprünglich so empfinden? Weil auch sie innen ohne Schauseite sind?"      "So ließe sich zumindest der Schrecken erklären, den solche Landschaften auch auslösen, der Schrecken vor dem Erhabenen. Die Leute sehen dort, was sie nicht in sich selbst sehen wollen: die wüste, unbehauste, unwirtliche Landschaft?" Ro...

Tempo Tempo

Das mit dem Tempotraining und mir, es will einfach nicht so recht gelingen. Gestern hätten es drei 1000-Meter-Intervalle werden sollen. Nachdem ich mich mehr als gründlich eine halbe Stunde lang aufgewärmt hatte, ging es auf den Sportplatz. Das erste Intervall lief dann in für mich völlig großartigen 05:09 Minuten sogar schneller als geplant, ich kam auf den 400 folgenden Trabmetern super wieder zu Atem und hatte schon den Verdacht, das Ganze könnte Spaß machen. Beim zweiten Intervall kam ich dann ganze 200 Meter weit - dann beendete der Platzwart das Training. Hier lerne ich mal wieder, dass induktive Schlüsse wirklich unzulässig sind: Nur weil der Platz bisher immer bis in die Puppen geöffnet war, heißt das noch lange nicht, dass das immer der Fall ist. So fehlen nun in meinem gestrigen Training zwar nur gut zwei von insgesamt ungefähr zehn Kilometern - aber leider die wichtigen...

Die Kunst, sich unterkriegen zu lassen

Acht Kilometer Tempodauerlauf sollten es werden, mit je zwei Ein- und Auslaufkilometern. Der Himmel war grau und die Online-Wetterauskunft behauptete, es seien 16 Grad. Das entpuppte sich als Lüge, schwül war es außerdem, und die Kombi aus langen Ärmeln und kurzen Beinen erwies sich schnell als viel zu warm. Doch für eine Umkehr zum Kleiderwechsel fehlte mir die Zeit, und so gab ich dem Gedanken "Ach, wird schon gehen" nach. Am Ende war das Einzige, was wirklich fast ging, ich selbst. Vielleicht maximal zwei Kilometer hielt mein Tempo, danach brach ich ein. Zunächst ein bisschen, ich nahm etwas Tempo raus, doch es half nichts. Spätestens nach dem Wendepunkt (auf den ich meine letzte Hoffnung gesetzt hatte, weil es ab hier den sachten, aber stetigen Anstieg wieder zurück geht) wusste ich, dass dieser "Tempodauerlauf" keiner mehr war. Ich gab den Kampf verloren, auch wenn die Stimme in meinem Kopf, die den Trainingsplan im Überblick hat, wütend und gedemütigt heulte. ...

Back in the Woods - The Woods are back

Kaum zu glauben, aber wie jedes Jahr ist plötzlich alles grün. Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, und auch die Wanderwege durch Essens (außerhalb wenig bekannten) Grüngürtel, unsereins spricht gerne vereinnahmend von "seinen Laufstrecken", sind inzwischen nicht einfach wieder benutzbar, sondern richtig schön! Der Winter war lang. Nicht nur der Witterung wegen, gegen die ich dieses Mal gefeit war: Nachdem im letzten Jahr die vereisten Wege und rutschigen Schneedecken meinen linken Fuß als Fall für den Orthopäden zurückgelassen hatten, war ich in der darauf folgenden Wintersaison klüger und hatte mir eine dreimonatige Mitgliedschaft im Universitätssportclub, und damit ein Laufband gesichert. Der Fuß blieb also standhaft und einsatzfähig, doch andere Bereiche der Physis waren weniger kooperativ: Sage und schreibe drei Erkältungen, zwei davon schleppend lang, haben mich zwischen November und April aus den Schuhen geschmissen, und zwar mir Karacho. Diesen Winter waren offenb...